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THEMENMAGAZIN NR.110 HEILBRONN-FRANKEN

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NR 110 | B2B Themenmagazin | Themen: RECHTSANWALT, WIRTSCHAFTSPRÜFER & STEUERBERATER • BESTESEITEN.DE • MENSCHEN & MITTELSTAND

STEUERBERATER &

STEUERBERATER & WIRTSCHAFTSPRÜFER BETRIEBSFEIERN UND FIRMENJUBILÄEN IN DER CORONA-PANDEMIE – LOHNSTEUER- RECHTLICHE FALLEN Nach über einem Jahr Corona-Pandemie denken viele Unternehmen vorsichtig wieder über echte Betriebsfeiern für ihre Angestellten nach. Auch das Zelebrieren von anstehenden oder verschobenen Firmenjubiläen steht wieder auf der Agenda. Damit diese für die Belegschaft in schöner Erinnerung bleiben und nicht zu einem bösen Erwachen führen, sind bei den Planungen neben den geltenden Corona-Verordnungen und Hygienemaßnahmen stets auch die lohnsteuerrechtlichen Regelungen zu beachten. 110 Euro Freibetrag für Betriebsveranstaltungen Betriebsfeiern wie Weihnachtsfeiern, Sommerfeste, Betriebsausflüge und auch Firmenjubiläen sind rechtlich als Betriebsveranstaltungen einzustufen, wenn diese einen geselligen Charakter haben. Letzteres fehlt zum Beispiel bei alleinigen Kino- oder Theaterbesuchen. „Wichtig ist dabei, dass Unternehmen den Freibetrag in Höhe von 110 Euro pro Veranstaltung einhalten. Maximal kann das Unternehmen zwei Veranstaltungen pro Jahr für seine Belegschaft durchführen, ohne dass Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen“, so die Steuerberaterkammer Stuttgart. Für die 110-Euro-Grenze werden alle Aufwendungen einschließlich der Umsatzsteuer zum Beispiel für Speisen, Eintrittskarten, Geschenke anlässlich der Feier, Musik, Fahrtkosten bei einem Ausflug oder Raummiete zusammengerechnet. Wichtig: Betriebsfeiern müssen offen für alle Mitarbeiter sein Grundsätzlich muss das gesamte Personal an einer Betriebsfeier teilnehmen können. Auch ausgeschiedene Mitarbeiter/innen, Leiharbeitskräfte, Aushilfen, Praktikanten, Referendare und auch Angehörige zählen dazu. Vorsicht ist bei Veranstaltungen für einzelne Mitarbeitergruppen geboten. Soll nur eine Abteilung bedacht werden, muss auch hier jedes Teammitglied teilnehmen können. Einladungen nur nach Hierarchie, Umsatzzahlen oder Funktion sind lohnsteuerrechtlich unzulässig. Ob am Ende tatsächlich teilgenommen wird, bleibt aber immer jeder Person selbst überlassen. Achtung bei kurzfristigen Absagen Probleme in der Praxis bereiten Personen, die trotz vorheriger Zusage nicht teilnehmen können. Entstehen hier trotzdem Kosten, sind diese bei der Berechnung des Freibetrags auf die teilnehmenden Mitarbeiter/innen umzurechnen, wie der Bundesfinanzhof ganz aktuell entschieden hat. Bei den Planungen sollten deshalb immer noch finanzielle Spielräume mitbedacht oder die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung geprüft werden. Überschreiten des Freibetrags Wird der Freibetrag von 110 Euro trotz sorgfältiger Planungen überschritten oder sollen mehr als zwei Veranstaltungen im Jahr durchgeführt werden, kommt für den Betrag über 110 Euro oder für die weitere Veranstaltung auch eine Pauschalversteuerung mit 25 Prozent durch das Unternehmen in Betracht. Für die Angestellten entstehen dadurch keine finanziellen Nachteile; die Versteuerung übernehmen allein die Arbeitgeber. Virtuelle Firmenevents sind auch Betriebsfeiern – geselliges Beisammensein Da auch im zweiten Pandemie-Winter noch nicht absehbar ist, ob Weihnachtsfeiern wie gewohnt stattfinden können, suchen viele Unternehmen auch in diesem Jahr wieder nach virtuellen Alternativen. Ob Online-Weinproben, digitales Kochen oder gemeinsames Spielen im Internet: Für virtuelle Events gelten die gleichen Regelungen wie in der analogen Welt. Wichtig ist also bei den gewährten Zuwendungen auch hier die 110-Euro-Grenze zum Beispiel für gelieferte Warenlieferungen wie Weinpakete oder Kochzutaten. Auch muss hier für die gesamte Belegschaft die Möglichkeit zur Teilnahme bestehen, und auch das gesellige Beisammensein sowie der tatsächliche Austausch untereinander muss gewährleistet sein. Geschenke statt Firmenevents Wer in diesem Jahr aufgrund der Planungsunsicherheiten statt einer Feier seinem Personal lieber Präsente als Dankeschön überreichen möchte, muss die geltenden Freigrenzen von 60 Euro für Geschenke aus besonderem persönlichem Anlass bzw. 44 Euro für Sachgeschenke beachten. Der Freibetrag für Veranstaltungen von 110 Euro kann hier nicht herangezogen werden. Zu beachten ist, dass bei Überschreiten der Grenzen von 60 bzw. 44 Euro diese Sachzuwendungen in voller Höhe lohnsteuer- und auch beitragspflichtig werden. Fazit Es empfiehlt sich, vor der Durchführung virtueller oder analoger Firmenevents stets kompetente Berater hinzuzuziehen. Der bundesweite Steuerberater-Suchdienst auf der Internetseite der Steuerberaterkammer Stuttgart bietet die Möglichkeit, den Anforderungen entsprechende Steuerberater nach den Kriterien Ort, Arbeitsgebiete, Branchenkenntnisse und/oder Fremdsprachenkenntnisse in ganz Deutschland zu suchen. www.stbk-stuttgart.de 4 www.b2bhnf.de Advertorial

STEUERBERATER & WIRTSCHAFTSPRÜFER IN KOMPLEXEN STEUERFRAGEN GUT BERATEN Nach den von dem Statistikportal statista.de veröffentlichten Zahlen gab es Anfang 2021 in Deutschland über 100.000 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Im bundesweiten Durchschnitt entfällt demnach eine bzw. einer davon auf jeweils 829, in Baden-Württemberg auf 729 Einwohner. In Hamburg liegt die Quote sogar bei einem Spitzenwert in der Bundesrepublik. Dort findet man eine Beraterin bzw. einen Berater pro 411 Bürger. Die große Zahl zeigt den hohen Bedarf an Steuerberatung. Das Steuersystem ist so komplex, dass man sich ohne die Fachleute der steuerberatenden Berufe kaum mehr in den Steuergesetzen zurechtfindet. Auch das 1996 gestartete Programm Elster zur Abwicklung von Steuererklärungen und Steueranmeldungen kann allein durch diesen Steuerdschungel nicht helfen. Unter anderem darum wurde wohl im Jahr 2003 von Friedrich Merz die Idee in Aussicht gestellt, das Steuersystem so zu vereinfachen, dass die ganze Steuererklärung auf einen Bierdeckel passt. In letzter Zeit hört man von dem CDU-Politiker zwar wieder mehr. Aus seiner Idee der Vereinfachung des Steuersystems ist allerdings ebenso wenig etwas geworden wie bekanntlich aus dem Vorschlag von Paul Kirchhof. Der Verfassungs- und Steuerrechtler, der an der Universität Heidelberg einen Lehrstuhl für Staatsrecht innehatte und Direktor des Instituts für Finanzund Steuerrecht war, hatte 2005 vorgeschlagen, für alle Bürger eine Einkommensteuer von 25 Prozent einzuführen. Das deutsche Steuerrecht ist ganz im Gegenteil immer komplexer geworden. Wohl auch darum hatte sich der Professor wohl im Jahr 2011 mit seinem fast 1.300 Seiten umfassenden „Bundessteuergesetzbuch – Ein Reformentwurf zur Erneuerung des Steuergesetzes“ noch einmal zu Wort gemeldet. Zum Beispiel sollten aus 200 Steuergesetzen nur noch ein einziges Gesetz und aus 40 Steuerarten nur noch die vier Steuerarten Einkommenssteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer, Umsatzsteuer und Verbrauchssteuer werden. Vor diesem Hintergrund ist man im wahrsten Sinne des Wortes gut beraten, einen kompetenten Steuerberater an seiner Seite zu haben. Der Heilbronner Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Dr. Thomas Kegel betreibt seit vielen Jahren eine regional tätige Kanzlei mit steuer- und wirtschaftsrechtlicher Ausrichtung und bringt entsprechende Erfahrung mit. Seine Kanzlei berät und vertritt Unternehmen aller Rechtsformen sowie deren Organe und Gesellschafter. Neben der laufenden Steuerberatung und Themen wie Buchführung, Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie Unternehmens- und Vermögensnachfolgen, Stiftungen und Durchsetzungsberatung liegt sein Schwerpunkt in der Rechtsberatung. Dazu zählen die Bereiche Handelsund Gesellschaftsrecht, Unternehmensbeteiligungen, Unternehmenssteuerrecht, Umwandlungssteuerrecht, Vertragsrecht, Immobilienrecht, Arbeitsrecht sowie Ehe- und Erbrecht. Die Internetseite der Kanzlei bietet weitere Auskunft über die Tätigkeitsfelder seiner zwölfköpfigen Kanzlei: www.kanzlei-kegel.de www.b2bhnf.de STEUER-TIPP Das partiarische Darlehen als Gestaltungsmittel Ein partiarisches Darlehen ist zivilrechtlich betrachtet ein Darlehen, dessen Vergütung an den wirtschaftlichen Erfolg des Darlehensnehmers geknüpft ist. Es kombiniert Elemente einer schuldrechtlichen Darlehensvereinbarung mit gesellschaftsrechtlichen Elementen, ohne dass es zu einem gesellschaftsrechtlichen Rechtsverhältnis – zum Beispiel einer Innen-GbR – kommt. Das wesentliche Merkmal des partiarischen Darlehens ist die Vereinbarung einer vom wirtschaftlichen Erfolg des Darlehensnehmers abhängigen Verzinsung. Insoweit bestehen Ähnlichkeiten zur typisch stillen Gesellschaft im Sinne der §§ 230 ff. HGB, bei der der stille Gesellschafter auch am Ergebnis des Geschäftsherrn partizipiert. Ein partiarisches Darlehen kann im Hinblick auf eine Ergebnisbeteiligung als Quasi-Beteiligung an einer Gesellschaft genutzt werden. Zudem ist es – neben einer Grundverzinsung – möglich, im Vertrag über ein partiarisches Darlehen Rahmenbedingungen zu definieren, die der Darlehensnehmer einhalten muss, um keinen Grund für eine Kündigung wegen einer Vertragsverletzung zu setzen. Kanzlei Dr. Thomas Kegel Fichtestraße 13 74074 Heilbronn Tel. 07131 7853-0 Fax 07131 7853-90 info@kanzlei-kegel.de www.drkegel.de 60 Die Zinsvereinbarung eines partiarischen Darlehens könnte wie folgt lauten: „Das Darlehen wird mit x % p.a. verzinst (Grundverzinsung). Darüber hinaus erhöht sich der Zins um x % des handelsrechtlichen Überschusses des Darlehensnehmers. www.b2bhnf.de 5

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Das B2B Themenmagazin erscheint monatlich zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen als Beilage in der Printausgabe der WirtschaftsWoche in Baden-Württemberg.